Geschichte der Ausrüstung

Dieser Artikel basiert auf der Übersetzung des Artikels  Equipment der  International Tennis Federation, die freundlicherweise die Genehmigung zur Veröffentlichung gegeben hat.

Der Ball

Tennisbälle
Tennisbälle.

Der Tennisball ist zusammen mit dem Schläger das wohl wichtigste Stück in der Tennisausrüstung. Er muss sowohl in den Spezifikationen liegen, die in den Tennisregeln festgelegt sind, gleichzeitig aber auch beständige Spieleigenschaften ermöglichen und so haltbar sein, dass er wiederholten Hochgeschwindigkeitseinschlägen auf Schläger und Boden widersteht.

Die Beständigkeit wird durch die enge Spezifikation einer Reihe von physikalischen Eigenschaften in den Tennisregeln sichergestellt. Diese stellen sicher, dass alle etwa 200 durch die ITF anerkannten Marken in der Erscheinung und den Spieleigenschaften wieder erkennbar sind.

Für jeden Ort und Tennisplatz gibt es eine Auswahl von Bällen für den Spieler, zusätzlich zu dem Standart (Typ 2) Ball. Ein etwas härterer, schnellerer Ball (Typ 1) für 'langsame' Platzoberflächen, und ein größerer, langsamer Ball (Typ 3) für schnelle Plätze sind in den Tennisregeln beschrieben, zusammen mit einem Ball für die Benutzung in großen Höhen.

Geschichte des Balls

handgenähter Tennisball
handgenähter Tennisball
für 'Royal (Real) Tennis'.

Tennisball des 20ten Jahrhunderts
Traditioneller Tennisball des
20ten Jahrhunderts in weiß.

gelbleuchtender Tennisball
Der optisch gelbleuchtende
Tennisball wurde um 1970
eingeführt.

Das Tennisspiel (im Original als 'Lawn Tennis' bezeichnet) wurde in den 1870er Jahren aus dem 'Royal (Real) Tennis' entwickelt, welches schon seit Jahrhunderten gespielt wurde. Während sich die beiden Spiele dahingehend ähneln, dass zwei oder vier Spieler, die sich durch ein Netz getrennt gegenüberstehen, einen Ball hin- und herschlagen, sind die Art und Größe des Platzes, die Zählweise 2c. unterschiedlich.

Bälle für 'Royal (Real) Tennis' wurden traditionell aus kugelförmigen Stoff- oder Lederhüllen gefertigt und mit Lumpen, Pferdehaaren oder ähnlichem Material überzogen. Tennisbälle für 'Lawn Tennis' wurden schon immer aus Gummi hergestellt.

Seit der Anfangszeit des 'Lawn Tennis' in den 1870er Jahren wurde indischer Gummi, hergestellt aus Kautschuk durch den von  Charles Goodyear in den 1850er Jahren entdeckten Vulkanisierungsprozess, für die Fertigung der Bälle verwendet.

Die ersten Tennisbälle wurden aus reinem Gummi hergestellt, aber die Verschleiß- und Spieleigenschaften wurden verbessert, indem man Lappen um den Gummikern nähte. Der Ball wurde schnell weiterentwickelt, indem man den Kern aushöhlte und mit Gas füllte. Ursprünglich wurde der Kern nach dem 'Kleeblatt-Verfahren' hergestellt, bei dem aus einer Gummimatte ein dreiblättriges Kleeblatt ausgestanzt wurde, welches von einer dafür angepassten Maschine in eine annähernde Kugelform vormontiert wurde. Gasdruckerzeugende Chemikalien wurden vor der Verschließung in den Aufbau gefüllt und während der Verschmelzung zu einer Kugel in den Backöfen aktiviert. Dieser Fertigungsprozess wurde lange Jahre beibehalten. Als die Anforderungen an die Präzision des Spiel stiegen, besonders im Hinblick auf gleichmäßige Wandstärken, wurde die Kleeblatt-Methode ersetzt. Jetzt ist es üblich, zwei Halbschalen zu einem Kern zusammenzuschmelzen. Der ursprüngliche Stoffüberzug wurde durch einen speziellen 'melton-Stoff' ersetzt, der für diesen Zweck extra hergestellt wird. Die ursprüngliche Naht wurde durch eine Gumminaht ersetzt.

Historisch gesehen waren Bälle weiß oder schwarz - abhängig von der Farbe der Plätze. 1972 führte die ITF gelbe Tennisbälle in den Tennisregeln ein, da Nachforschungen ergeben hatten, dass diese Bälle für Fernsehzuschauer besser zu sehen sind. Wimbledon blieb bei den weißen Bällen, passte sich aber 1986 an die gelben Bälle an.

Bis 1989 Bälle für große Höhen zugelassen wurden, gab es nur einen Balltyp. Die Bälle vom Typ1 und Typ 3 wurden 2002 in die Tennisregeln aufgenommen.

Andere Eigenschaften der Bälle haben sich im Verlauf der Zeit geändert. Der Bereich der Vorwärts- und Rückwärtsdeformation - die Änderung des Balldurchmessers unter einer an- und absteigenden Last von 8,165 kg - wurden über die Jahre variiert und haben die heutigen Werte 1996 erhalten.

Der Schläger

Tennisschläger
Ein Schläger von 1960
aus Holz im Vergleich
zu einem modernen
Schläger aus Verbund-
material.

Der Tennisschläger ist vielleicht das angesehendste Teil der Ausrüstung und hat traditionell die größte Aufmerksamkeit bezüglich der technischen Weiterentwicklung auf sich gezogen.

Das ist möglich weil der Schläger das individuelle Werkzeug ist: es ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, der nicht von den Spielern geteilt wird und kann auf die Physiologie und den Stiel des Spielers angepasst werden.

Die Materialien der Schläger haben sich über die Dekaden geändert: angefangen bei Holzrahmen, über Experimente mit Metalllegierungen, sind wir heute bei Kompositwerkstoffen aus Kohlefaser. Die Herstellungsmethoden haben sich auch entsprechend weiterentwickelt, aber es verbleibt ein beachtlicher Teil Handarbeit in der Fertigung eines Schlägers.

Ein typischer moderner Schläger ist 25-40% leichter als die Schläger vor 30 Jahren und hat einen erheblich größeren Kopf. Diese Änderungen werden von den Freizeitspielern mehr geschätzt als von den professionellen, beide Gruppen haben allerdings von der verbesserten Steifigkeit und dem geringeren Gewicht profitiert.

Geschichte der Schläger

Schläger für Tennis (oder 'Lawn Tennis', wie es ursprünglich bei der ersten Einführung in den 1870er Jahren genannt wurde) wurden aus den Schlägern für 'Royal (Real) Tennis' entwickelt, welches schon lange vorher gespielt wurde. Diese wurden aus Holz in viele Variationen der heute typischen Schlüsselloch-Form geformt und geklebt. Sie wurden in der frühen Zeit individuell hergestellt, was in einer Vielzahl von Ideen bezüglich Form, Stärke, Gewicht und Besaitungsmustern endete - viele davon wurden patentiert.

Während die Schläger im Original hauptsächlich aus Eschenholz (wegen der guten Dauerhaftigkeit, Belastbarkeit und der Fähigkeit, sich in die gewünschte Form biegen zu lassen) gefertigt wurden, wurde schon früh bemerkt, dass sich Metallröhren auch hervorragend eignen würden. Allerdings konnte das Problem der Inkompatibilität zwischen den Saiten und den scharfen Kanten der Löcher nicht gelöst werden. Das war kein Problem für Holz - so mussten Metallschläger warten, bis das Problem gelöst war - und bis bessere Metalllegierungen erfunden wurden. Die spätere Entwicklung von Kompositrahmen wurde nur möglich durch die Entwicklung der Karbonfaser und damit verbundenen Fertigungsmethoden in den 1960er Jahren.

Holzrahmen

Holzschläger
Auswahl von Holzrahmen aus den 1960er Jahren.

Anfangs wurden diese aus einem oder mehreren Eschenholzstücken in die richtige Form gebogen und dann mit tierischen Klebstoffen verbunden. Die Mechanisierung in den 1940er Jahren erlaubte es, viele dünne Furnierschichten mit Klebstoffen aus Urea und Formaldehyd zu verbinden. Dieses Material konnte leichter in die passende Form gebogen werden und die natürliche Variabilität des Holzes wurde ausgeglichen. Zusätzlich zu Esche wurden andere Holzarten wie Ahorn, Platane und Weißbuche in dem Hauptrahmen verwendet um die gewünschte Beanspruchbarkeit und Steifigkeit zu erhalten, Hickoryholz gegen Abnutzungen in der äußeren Schicht, Buche und Mahagoni für die Auskragung und Griffkosmetik und Abachiholz als leichtes Füllmaterial im Schaft.

Über die Jahre der Entwicklung wurden Form, Größe und resultierendes Gewicht (ein Kompromiss zwischen Handhabung und Haltbarkeit) in der Industrie größtenteils standardisiert. Limitierende Parameter wurden durch die kontrollierende Autorität (die ITF) nicht vorgegeben. Das änderte sich 1979, als neue Materialien erfunden wurden. Holzschläger wurden bis in die frühen 1980er Jahre produziert, bevor sie von Metall- und später Kompositschlägern abgelöst wurden.

Metallrahmen

Metallschläger
Beispiel eines typischen 'I-beam'
Metallschlägers aus den 1970ern.
Die Brücke ist mit
dem Rahmen verschraubt.

T2000
Wilson T2000.

Das Problem der Bespannung von Metallschlägern wurde nicht gelöst bis Lacoste 1963 eine Methode erfand und patentieren1 ließ, bei dem die Saiten ein Drahtseil umliefen, dass um den Schlägerkopf(-Rahmen) gewickelt war. Das Ergebnis war der erste kommerziell erfolgreiche Schläger ohne Holz und wurde als Wilson T2000 vermarktet. Jimmy Connors benutzte ihn erfolgreich über Jahre und gewann mit ihm den Titel in Wimbledon (Einzel) 1974 und 1981.

Der kommerzielle Erfolg dieses Schlägers in den frühen 1970er Jahren ermutigte Konkurrenten andere Typen zu entwickeln - einige basierten auf hohlen Strängen aus Aluminiumlegierungen2 und sehr steifen Rahmen aus Kohlenstoffstahl3. Die Benutzung von Metallrohren bewirkte unabänderbar, dass der Schaft aus zwei Teilen bestand - statt einem wie bei den Holzrahmen. Das bedeutete, dass eine 'Brücke' zwischen den beiden Röhren eingeführt werden musste. Diese wurden eingeschmolzen, oder Kunststoffbrücken wurden der Einfachheit halber eingeschraubt. Kunststofftüllen wurden entwickelt, um die Saiten vor den scharfen Kanten zu schützen. Solche Entwicklungen begannen, den Markt für Holzschläger erfolgreich anzugreifen. Über die Zeit hat es mehr Aluminiumrahmen als Stahlrahmen gegeben, da diese einfacher zu fertigen und damit günstiger waren.

Die gestiegene Steifigkeit und Haltbarkeit, die mit der Verwendung von Metall möglich wurde, bewog einen Hersteller (Prince) Mitte der 70ger Jahre einen Schläger mit einem übergroßen Kopf zu entwickeln und patentieren4 zu lassen. Andere Hersteller folgten und produzierten Schläger mit verschiedenen Kopfgrößen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Vorgabe seitens der ITF über die Kopfgröße, diese wurde als Konsequenz 1979 eingeführt. Diese erlaubt eine bis zu 100% größere Bespannungsfläche verglichen mit den Holzrahmen der Zeit. Mit der Zeit haben sich Schläger mit einem 30-50% größeren Kopf durchgesetzt.

Verbundwerkstoffrahmen

Kompositschläger
Head benutzte als erste Firma
eine Technik aus dem Skisport,
bei der Metall und Kunststoff
zu einem Kompositrahmen
gefügt werden. 1969 wurde
der erste Schläger unter dem
Namen 'Arthur Ashe Competition'
vermarktet.

Kohlenstofffasermatte
Kohlenstofffasermatte.

Die anerkannten Erfolge der Metall-Schläger in den frühen 1970er Jahren führten zu Experimenten mit anderen, nicht-traditionellen Materialien, insbesondere von Glasfaser und der neu entwickelten Kohlefaser (in der Regel in der Sport-Industrie als "Graphit" bezeichnet). Obwohl die Kohlefaser sehr teuer ist, wurde sie wegen ihrer herausragenden Steifigkeit und Festigkeit bevorzugt. Sie bot dadurch bedeutende Perspektiven für die weitere Entwicklung der Schlägerrahmen.

Fasermaterialien haben durch ihre Natur uni-direktionale Haltbarkeit und müssen daher in eine Form gebracht werden, in der sie nutzbar werden. Dies wird durch kreuzweises Weben von Strängen der Fasern zu Matten und Verbinden mit Epoxydharz erreicht. Mehrere Lagen dieser getränkten Matten (jetzt 'Kompositmaterial') werden dann zusammen geformt, um mehr-direktionale Haltbarkeiten zu erreichen.

Um aus den Laminatmatten einen Schläger fertigen zu können muss das Material zuerst in Röhrenform gebracht werden. Dazu wird es um ein Plastikrohr gewickelt, welches mit Druckluft gefüllt werden kann. Einige Stellen werden mit Extramaterial verstärkt und dieser Rohling wird dann in eine Form mit der typischen Schlüssellochform und dem richtigen Durchmesser gebracht. Eine extra Brücke wird eingebracht um den Ring des Kopfes zu schließen. Der Rohling wird unter Hitze gebacken und Druckluft wird eingeleitet um das Harz zu härten. Dieses Verfahren5 wurde von vielen Herstellern entwickelt und wurde so zu der Basismethode für die Fertigung von Kopositrahmen. In manchen Fällen wird die Druckerzeugung erreicht, indem sich ein Kern aus Kunststoffschaum6 durch Hitze ausdehnt.

Zwar erfordert die Herstellung eines solchen Rahmens viel handarbeit, es können jedoch individuelle Teile des Rahmens vor der Aushärtung verstärkt werden. Dies ermöglicht es, gerade genug Steifheit bei leichtem Gewicht zu erreichen. Metallrahmen, die aus einem Strang gezogen werden, haben diese Möglichkeiten nicht.

Generell hat die Verwendung von Verbundmaterialien es erlaubt, die Schläger mit größeren Köpfen, leichter und fester als alle 'up-to-date' Holzschläger der 1980er Jahre zu machen. Größere Köpfe erlauben größere 'Sweet-Spots' (eine größere Fläche bei der der Ball sehr stark beschleunigt werden kann) und bessere Kontrolle bei Ballkontakt außerhalb des Zentrums. Die Erhöhung der Steifigkeit reduziert die Energieabsorption des Rahmens beim Ballkontakt und erhöht so die Ballgeschwindigkeit. Heutige Verbundwerkstoffrahmen können einen 40% größeren Kopf haben, sind dabei 3 Mal steifer und 30% leichter als ihre am weitesten entwickelten Holzvorgänger.

Man hat viele Schläger mit speziellen Eigenschaften entwickelt, um eine große Variation an Eigenschaften abdecken zu können. So zum Beispiel die 'ultimative Steifigkeit' durch drastische Erhöhung der Rahmenquerschnitte7, spezielle Kombinationen aus Gewicht, Steifigkeit und Schwerpunkt8 oder durch spezielle schock- und vibrationsdämpfende Elemente9.

Patentreferenz

1 Lacoste USP 3086777 (1961) 2 US 3752478 (1971); 3 Dunlop US 3909402 (1972); 4 Prince US 3999756 (1975); 5 US 3755037 (1971); 6 Cecka et al US 4061520 (1976); 7 Kuebler US 4664380 (1985); 8 Frolow US 4165071 (1976); 9 Dunlop GB2243790 (1991)

Anmerkung: Die Auswahl an den obenstehenden Patenten ist ein Auszug aus der riesigen Menge an publizierten Tennisschlägerpatenten und sind angeführt, um Teile des Textes zu illustrieren.

Die Saite

Saiten
Saiten.

Das verkettete Muster der Saiten hat als einziges Kontakt mit dem Ball. Der Rahmen dient dabei als Mittel, diese Fläche mit der benötigten Geschwindigkeit und zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Position zu bringen.

Während eines typischen Aufschlags treffen die Saiten den Ball mit einer solchen Wucht, dass sich beide extrem deformieren. Innerhalb von 5 Millisekunden (0.005 Sekunden) gehen beide in ihre ursprüngliche Form zurück.

Tatsächlich ist die Kollision zwischen Ball und Saiten nicht perfekt elastisch und einige Energie geht als Hitze und Klang verloren. Die meiste Energie wird geht durch die Deformation des Balls verloren, da die Saiten viel elastischer sind. Weniger stark gespannte Saiten deformieren den Ball weniger, wodurch weniger Energie verloren geht - und sich die Ballgeschwindigkeit erhöht.

In den 1920er Jahren betrug die durchschnittliche Bespannungsstärke 20 kg. Heutzutage hat sich die Stärke auf über 25 kg erhöht, einige Profispieler benutzen Bespannungen von 35 kg. Viele ältere Holzschläger verzogen sich unter der Last der Bespannung, aber auch die Saiten selbst unterliegen der Dehnung über die Zeit und verlieren Spannung.

Geschichte der Saiten

Naturdarm

Natursaite
Naurdarmsaiten bei
25-facher Vergrößerung.

Natursaite Querschnitt
Querschnitt einer
Naturdarmsaite bei
32-facher Vergrößerung.

Die ersten Tennisschläger, die ab ca. 1874 benutzt wurden, besaitete man mit der dehnbaren, äußeren Haut des Schafdarms, bekannt als Serosa.

Eine Knappheit der Schafdärme nach dem Ende des zweiten Weltkriegs zwang die Hersteller nach alternativen Naturdärmen zu suchen. Kuhdarm wurde letztlich nach mehreren Jahren der Experimente mit Schweine- und Pferdedärmen verwendet.

Die Anzahl der Tiere für die Herstellung eines Besaitungssets wurde durch diesen Wechsel halbiert (von 6 Schafen zu etwa 3 Kühen), genauso wie die Anzahl der Saiten pro Schläger. Zwischen 11 und 12,3 Meter Saiten werden benötigt, um einen Schläger zu bespannen. Schafgedärme sind typischerweise 8 Meter lang, also wurden herkömmlich zwei Saiten pro Schläger benötigt. Der längere Kuhdarm erlaubte zum ersten Mal die Bespannung eines Schlägers mit einer Saite. Dies ermöglichte schnellere Bespannungszeiten, wenngleich zwei Saiten Hybridkombinationen (verschiedene Saiten in Haupt- und Querrichtung) und damit längere Lebenszeiten ermöglichen.

Die erste Stufe der Naturdarmsaitenproduktion beinhaltet das Einweichen der Eingeweide in einem chemischen Bad um Verunreinigungen zu beseitigen. Dann werden sie normalerweise gebleicht um eine perfekte, klare Saite zu erhalten, auch wenn einige Hersteller es bevorzugen, die Saiten nicht zu entfärben. Die Saiten werden gesponnen (gedreht) und langsam getrocknet, die entstandene Faser poliert (um Defekte auszugleichen und den gewünschten Durchmesser zu erhalten). Der letzte Schritt ist das Auftragen einer schützenden Polyurethaneschicht.

Synthetische Saiten

synthetische Saite
Synthetischer einfädrige gekernte,
einfach gehüllte Faser bei
25-facher Vergrößerung.

synthetische Saite Querschnitt
Querschnitt einer synthetischen
einfädigen Faser bei 32-facher
Vergrößerung.

synthetische Saite Querschnitt
Innenleben einer
Multifilamentsaite.

Die zwei Hauptnachteile der Naturdarmsaite haben die Entwicklung synthetischer Saiten vorangetrieben. Auch wenn Tiere nicht speziell für deren Darm geschlachtet werden (er ist ein Abfallprodukt aus dem Schlachthof) ist der Preis für Naturdarm relativ hoch. Zusätzlich ist die Lebensdauer im Hinblick auf den Verschleiß und der Widerstand gegen Feuchtigkeit gering.

Synthetische Fasern sind hauptsächlich aus Nylon, Polyester oder Kevlar (oder eine Kombination) gefertigt. Sie können einen Einzelstrang oder hunderte kleiner Stränge als Kern haben. Die Fasern werden durch Extrusion gefertigt. Geschmolzene Polymere werden aus einer Matrize mit winzigen Löchern gezogen (der Spinnerette). Die Faser erstarrt bei dem Verlassen der Spinerette und wird gezogen, um die Richtung der Polymeremoleküle zu vereinheitlichen, was die Beanspruchbarkeit drastisch erhöht.

Die Fasern werden in dem Umwicklungsprozess gegeneinander verdreht. Eine äußere Hülle dünnerer Fasern wird normalerweise hinzugefügt um den Kern der Saite zu schützen und die Haltbarkeit zu erhöhen (fester Kern, einfache Hülle). In einigen Saitenkonstruktionen wird der Kern komplett durch feine verdrillte Fasern ersetzt, um das Gespinst der Naturdärme nachzubilden (Multifilament-Saite).

Wie auch immer die synthetischen Saiten konstruiert sind, sie erreichen nicht die niedrig-dynamische Steifheit (oder das 'Feeling') der Natursaiten. Nylon ist das am meisten bevorzugte Material, Polyester und Kevlar werden für die Erhöhung der Haltbarkeit benutzt.

Die Plätze

Tennisplatz
Court.

Die Bedeutung der Platzoberfläche für die Natur des Tennisspiels ist der Hauptgrund für die Vielzahl von Tennisplatztypen, die sich von den Anfängen an entwickelt haben.

Der Platz beeinflußt, wie sich die Spieler bewegen und wie der Ball springt. Von dem ganzen Equipment ist es primär die Platzoberfläche, an der sich die Spieler orientieren müssen.

Der Aufwand, einen qualitativ akzeptablen Rasen als Platzoberfläche zu halten ist durch Witterungsbedingungen und Jahreszeiten enorm hoch - schnell wurde nach Alternativen aus mineralischen Materialien, Lehm (im Original gemahlene Dachziegel), Zement, Asphalt, Schotter oder Holzbalken gesucht. Mit den Kunststoffen und Materialtechniken im 20ten Jahrhundert kam die Entwicklung synthetischer Platzoberflächen in Schwung: Hartplätze mit Kunsstoffoberflächen, dämpfende Schichten, gummierte Stoßdämpfer, Textilien, künstlicher Rasen, modulare Kunstoffbaukästen 2c.

Geschichte der Plätze

alter Tennisplatz
Royal (Real) Tennis court
im Hampton Court Palace.

Es gibt viele Theorien über die Ursprünge des Tennis. Die Meisten glauben dass sich die Frühform des Tennis in das 11te Jahrhundert zurückdatieren lässt, als die Mönche Handball in den Kreuzgängen der Klöster spielten. Dieses Spiel entwickelte sich dann zum 'Real Tennis', dem Vorläufer des modernen Spiels, und wurde bei dem französischen und britischen Adel beliebt. Henry VIII war ein leidenschaftlicher Spieler und hatte einen original 'Real Tennis'-Platz in seinen Palast in  Hampton Court bauen lassen. Charles II baute den Platz später um - und dieser existiert heute noch als ältester Platz in Großbritannien.

Rasen

GRasenplatz
Rasenplätze.

'Real Tennis' wurde und wird immer noch auf harten Oberflächen wie Stein oder Holz gespielt. Erst im späten 18ten Jahrhundert setzten sich Rasenplätze für 'Field Tennis' oder auch 'Long Tennis' durch. Das heutige Tennis wurde erst in dem viktorianischen Zeitalter populär.  Major Walter Clopton Wingfield ließ sich seine Version des Spiels im Jahre 1873 patentieren. Seine Version des Spielfeldes wurde ähnlich dem heutigen markiert, allerdings hatte das Spielfeld eine Sanduhrform.

1875 wurde die heutige Form des Platzes gefunden und offizielle Regeln wurde von dem  Marylebone Cricket Club festgelegt. Der All England Croquet Club von Wimbledon nahm den Sport 1880 auf und benannte sich in 'All England Lawn Tennis & Croquet Club, home of the Wimbledon Championships' um.

Bis in die frühen 1970er Jahre wurden der Grossteil der Turniere auf Rasen ausgetragen. Heute ist Wimbledon das einzige Grand Slam Turnier, das auf Rasen ausgetragen wird. Der größte Teil der professionellen Tennisereignisse, die auf Rasen ausgetragen werden, finden in England statt.

Sand

Sandplatz
Sandplatz.

Im Jahre 1956 konstruierte der Gallia Tennis Club in Cannes, Frankreich, den ersten Lehmziegelplatz (Sandplatz). Sandplätze finden sich hauptsächlich in Europa und Südamerika und bis in die 1980er Jahre waren so gut wie alle Plätze in Spanien und Italien Sandplätze. Die  French Open Championships ist das einzige Grand Slam Turnier auf Sandplätzen.

Acryl/Asphalt/Beton

Kunststoffplatz
Hartkunsstoffplatz.

Es gibt zwei Arten von Hartplätzen: poröse und nicht-poröse. Es wird eine große Vielfalt an Oberflächen, Farben und Namen verwendet. In offiziellen Turnieren werden Hartplätze erst seid 1940 verwendet. Die  Australian Open und  US Open werden auf Hartplätzen ausgetragen.

Teppich

Teppichplatz
Synthetischer Rasen.

Als 'Teppich' werden die meisten synthetischen Oberflächen für Hallenbeläge bezeichnet. Der erste Teppichbelag war der 'Sportsface'. In den 1970er Jahren wurde 'Supreme' der erste akzeptierte Gummimattenbelag. Kunstrasen ist auch eine Oberfläche, die im Tennis (wie auch bei Hockey oder Fußball) benutzt wird. Die Geschwindigkeit des Platzes lässt sich durch Zugabe von Sand oder Granulat ändern.